Porzellanbaum sprengt Beton

Gewinnerprojekt des Wettbewerbs „Kunst im öffentlichen Raum“ fertiggestellt

Mit kräftig-grünem Blattwerk und Stamm und Ästen in weiß scheint das Gebilde das graue Mauerwerk zu durchbrechen, um direkt in Richtung Himmel zu wachsen. Auch einige bunte Vögel haben sich bereits eingenistet. Der Entwurf des Graffitikünstlers Frank Schäfer ziert jetzt den Pylon an der Altstadtbrücke.

Seine Gestaltungsidee überzeugte die Jury, indem sie modernes Graffiti thematisch mit traditioneller Porzellankunst verbindet und damit perfekt zum Wettbewerbsmotto 2016 „All das ist Meißen – Tradition und Moderne“ passt.

„Dass der Baum durch den Beton hindurchwächst, soll Dynamik und Aufbruch symbolisieren“, so der Döbelner, der sich mit seinem „Porzellanbaum“ in zwei Wettbewerbsrunden gegen 19 andere Gestaltungsvorschläge durchsetzen konnte. „Die Farben sind so gewählt, dass der Pylon optisch mit dem blauen Himmel verschmilzt und so die klobige Gestalt des Bauwerkes aufgelockert wird.“

Die Jurymitglieder, darunter Oberbürgermeister Olaf Raschke, Stadtmarketingchef Christian Friedel, Sponsoren, Architekten, Kunstschaffende und Meißner Bürger, hatten in einer Vorauswahl zunächst die sechs Beiträge prämiert. Das Spektrum der künstlerischen Entwürfe reichte vom Verzieren des Pylons mit Fliesen und Kacheln sowie der Gestaltung mit überlebensgroßen Plastiken bis hin zu einer kompletten Begrünung des Betonpfeilers.

Das heute eingeweihte Gewinnerprojekt von Frank Schäfer ist ein echter Blickfang und setzt einen neuen Akzent im Stadtbild. Mit Dom und Albrechtsburg im Hintergrund bietet sich das Graffitikunstwerk zudem als außergewöhnliches Fotomotiv für Touristen an.

Übrigens: ab heute sind weitere Arbeiten des Künstlers im Rahmen einer neuen Ausstellungsreihe im Treppenhaus der Stadtbibliothek zu sehen.

Kunst im öffentlichen Raum

Zur weiteren Aufwertung der Stadt mit interessanten Kunstprojekten hatte das Amt für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur im Sommer 2016 den Gestaltungswettbewerb „Kunst im öffentlichen Raum" ins Leben gerufen. Unterstützt wurde das Vorhaben von der SEEG Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft Meißen mbH, der Meißener Stadtwerke GmbH und der Volks- und Raiffeisenbank Meißen Großenhain eG.

Ziel des nun jährlich stattfindenden Wettbewerbes ist es, Kunstwerken unterschiedlicher Art im Meißner Stadtgebiet dauerhaft Raum zu geben.

Wettbewerb geht in die zweite Runde

Auch dieses Jahr sind Kunstschaffende wieder dazu aufgerufen ihre Ideen zur künstlerischen Gestaltung des öffentlichen Raumes einzureichen. Der zu gestaltende Bereich wird dabei vorab festgelegt. Nach dem Pylon haben diesmal die Stadt Meißen und die SEEG Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft Meißen mbH als Veranstalter die von der Neugasse auf den Neumarkt führende, öffentliche Fußgängerpassage ausgewählt. Dort dominieren bislang dunkle Ecken, achtlos weggeworfener Müll und mehrfach übermalte Graffitis das Bild….dies soll sich nun ändern!

Dem Ideenreichtum der Künstler ist dabei keine Grenzen gesetzt, so können sie die Flächen nicht nur klassisch oder abstrakt bemalen, sondern auch beschichten, verkleiden, effektvoll illuminieren, bekleben oder ganz anders in Szene setzen. Maßgeblich ist allein, dass die künstlerische Installation kreativ, langlebig, professionell angebracht und dem Motto entsprechend gestaltet ist. Dieses lautet im Jahr 2017: „Zu Hause in Meißen", passend zur gleichnamigen Meißen-Kampagne die in Kürze im neuen Design für Meißen werben wird.

Mitglieder von Künstlerverbänden, Kunsthochschulen sowie freischaffende Künstler sind eingeladen, bis Ende September beim Meißner Stadtmarketing ihre Gestaltungsidee in Form von Skizzen und einer kurzen schriftlichen Erläuterung einzureichen. Dabei sollten neben der eigentlichen Projektidee auch Details wie die benötigten Materialien, die Art der Fixierung des Kunstwerkes und weitere beschrieben werden.

Aus den eingegangenen Entwürfen wird die Jury wieder sechs Teilnehmer auswählen, die anschließend einen detaillierten Gestaltungsvorschlag einreichen dürfen. Dafür erhalten sie eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 200 Euro. Auf den Gewinner warten schließlich 20.000 Euro, die er verwenden darf um seine Idee zu realisieren.

Die Realisierung des Preisträgerobjektes ist dann für das Frühjahr 2018 vorgesehen.